Franziskuspfad zum Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi

Kapuzinerkloster Ave Maria
Kapuzinerkloster Ave Maria

Franziskus dichtete seinen Gesang auf die Schöpfung („Il Cantico di Frate Sole“) am Ende seines Lebens, vermutlich Ende 1224 oder Anfang 1225, als er schwer krank in San Damiano bei Assisi lag.
Er ruft darin den Menschen zum Lobpreis Gottes in all seinen Geschöpfen auf.

Die Echtheit ist durch die Biografie des Thomas von Celano bezeugt. Dieser berichtet, Franziskus habe das Lied in seiner Todesstunde von zweien seiner Brüder singen lassen.

Der Sonnengesang umfasst 10 Strophen:

1. Strophe Einleitung = Gotteslob
2. + 3. Strophe Himmel: - Bruder Sonne - Schwester Mond und Sterne
4. – 7. Strophe Die vier Elemente: Wind, Wasser, Feuer, Mutter Erde
8. + 9. Strophe Der Mensch - Vergebung / Friede - Schwester Tod
10. Strophe Abschluss = Lobpreis

Einige Quellen gehen davon aus, dass die ersten sieben Strophen früher entstanden sind und die Friedensstrophe etwas später angefügt wurde. Die Todesstrophe sei von Franziskus erst kurz vor seinem Tod verfasst worden.

Das Lied ist von Franz von Assisi ursprünglich auf altitalienisch geschrieben worden und wurde dann von einem schriftenkundigen Bruder ins Lateinische übertragen.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Schriften des Heiligen Franziskus ist vom Sonnengesang die altitalienische Fassung erhalten geblieben. Dichtung in der Alltagssprache war in der italienischen Kultur dieser Zeit noch höchst ungewöhnlich. Der Sonnengesang wird deshalb auch als Anfang der italienischsprachigen Literatur angenommen.
Das Sonnenlied gehört zu den bekanntesten Gebeten des Heiligen Franziskus. Es wird häufig im Sinne einer reinen Naturromantik betrachtet, jedoch beinhaltet das Gebet ein Mitnehmen der gesamten Schöpfung vor den Schöpfer und ist damit theologisch wesentlich tiefgründiger als eine reine Naturidylle.

Ansichten vom Franziskuspfad
Das Tau-Kreuz

Die Wegmarkierung des Franziskuspfades

Das Tau ist ein Buchstabe des griechischen Alphabetes. Dem Heiligen Franziskus war das sehr vertraut. Oft verwendete er dieses Zeichen. Er hat es unter seine Briefe gesetzt und zeichnete es auf Wände und an Bäume. Mit diesem Zeichen segnete er die Menschen.

Das Tauzeichen führt Sie auf dem Franziskuspfad durch eine herrliche Landschaft entlang des Albtraufes mit wunderschönen Ausblicken, durch farbenprächtige Wiesen, den Wacholderheiden und lichtdurchfluteten Laubwäldern.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Gemeindeverwaltung Deggingen
Kapuzinerkloster „Ave Maria“ Deggingen
Öffnet externen Link in neuem FensterFremdenverkehrsgemeinschaft Helfensteiner Land e.V.

Das Tau-Kreuz
Das Tau-Kreuz
Wegbeschreibung

Der Rottenburger Bekennerbischof Johann Baptist Sproll berief 1929 die Kapuziner als Wallfahrtsseelsorger nach Ave Maria. Sie bauten ein kleines Kloster bei der Wallfahrtskirche und wirken seitdem von hier aus im Geiste ihres Ordensvaters, des heiligen Franziskus.

Außer dem Kloster selbst weist die Franziskusgrotte mit der Kerzenkapelle auf den Heiligen von Assisi hin. Neben ihr wurde 2008 von Lothar Bohring aus Ohmden eine Skulptur des heiligen Bruders Konrad von Parzham geschaffen. Dieser Heilige war über 40 Jahre Pförtner im Kapuzinerkloster in dem bekannten bayrischen Marienwallfahrtsort Altötting und ist neben dem hl. Fidelis von Sigmaringen einer der beiden Heiligen des Kapuzinerordens, die aus Deutschland stammen.

Um die Besucher von Ave Maria noch mehr mit der Spiritualität des Heiligen von Assisi vertraut zu machen, konnte im Frühjahr 2010 nun der ‚Franziskuspfad zum Sonnengesang’ mit großzügiger Unterstützung der Gemeinde Deggingen und der Fremdenverkehrsgemeinschaft Helfensteiner Land e.V. geschaffen werden. Die Starttafel – direkt hinter der Wallfahrtskirche – gibt eine Einführung in das Sonnenlied des Heiligen Franziskus, das als erste Dichtung in italienischer Sprache gilt. Außerdem macht sie mit der Wegmarkierung, dem ‚Tau-Kreuz’, vertraut.

Zehn Bild- und Texttafeln laden dem Weg entlang, für den ca. eine Stunde reine Gehzeit zu rechnen ist, ein, die Strophen des Sonnengesangs zu betrachten. Auf jeder Tafel finden wir zunächst eine Strophe des Sonnengesangs und dann dazu einen Impulstext zur Besinnung und Meditation. Diese Texte hat Pater Norbert Schlenker vom Kapuzinerkloster Ave Maria zusammengestellt, die Fotografien stammen von Ingeborg Saum aus Kuchen, die graphische Gestaltung der Tafeln stammt aus der Hand von Dipl. Ing. Michael Welsch aus Sinzheim und der Aufbau der Tafeln und der Wegweiser wurde von Mitarbeitern des Bauhofes Deggingen ausgeführt. Die Kapuziner von Ave Maria sind für diese Unterstützung vielfältigster Art sehr dankbar.

Die Reihenfolge der Tafeln hält sich nicht in strenger Weise an die Abfolge der Liedstrophen; sie wurden dort aufgestellt, wo die Natur selbst an das Motiv der jeweiligen Liedstrophe erinnert.

Außerhalb der Strophen des Sonnengesangs gibt es zwei Tafeln bei der Kapelle Alt-Ave. Die eine macht mit der Geschichte der ursprünglichen Wallfahrtskapelle vertraut, die andere zeigt uns das Franziskuskreuz aus der halb zerfallenen Kapelle ‚San Damiano’ bei Assisi, vor dem der junge Francesco, der Sohn eines reichen Tuchhändlers, seine Berufung erkannte.

Die Tafel mit der ‚Einladung zum Gotteslob’, der 1. Strophe des Sonnengesangs, finden wir zwischen der Franziskusgrotte und der Bruder Konrad Skulptur. Bei der Weggabelung folgen wir dann links den leicht ansteigenden Weg und kommen bald zur Tafel mit der 2. Liedstrophe oberhalb der Sitzbänke zum Freialtar bei der Sieben-Schmerzen-Kapelle. Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick zum Himmel und zur entsprechenden Uhrzeit und bei gutem Wetter eben auch zu ‚Bruder Sonne’.

Wir gehen ein kleines Stück den Weg weiter in den Wald, ohne den Wegweiser, der nach links oben zeigt, zu beachten, denn wenige Schritte weiter begegnen wir der Liedstrophe von ‚Schwester Wasser’, hier, wo es wirklich das Wasser gibt, als Sturzbach wasserfallartig vom Albtrauf kommend, sich in den Forellenteich ergießend und von dort dann weiter fließend in den Ort hinab. Ebenso begegnet uns ‚Schwester Wasser’ im St.Anna-Brunnen, hier allerdings eher zaghaft aus der Erde quellend.

Jetzt gehen wir einige Meter den Weg zurück und folgen dem Wegweiser den Aufstieg nach ‚Alt-Ave’, der ursprünglichen Wallfahrtsstätte aus heidnischer Zeit. Dort finden sich die zwei schon genannten Tafeln zum einen mit geschichtlichen Daten zur Wallfahrtsstätte und zum anderen die Erklärung des Kreuzes der franziskanischen Berufung. Von Alt-Ave weggehend nehmen wir links den leicht ansteigenden schmalen Pfad, der uns zum höchsten Punkt des Franziskuspfades führt. Dort finden wir die Strophe von ‚Schwester Mond und den Sternen’.

An diesem Wendeplatz für die Holzabfuhr führt recht ein Weg bergauf zum Albtrauf und zum Kilianskreuz, das nach dem Erbauer und ersten Hausoberen des Kapuzinerklosters benannt ist. Pater Kilian Müller hat dieses Kreuz zusammen mit der KAB Deggingen errichtet. Es wurde am 5. Juli 1932 von Bischof Sproll eingeweiht.

Auf unserem Franziskuspfad haben wir nun den schwierigsten Teil hinter uns. Wir kommen nun auf bequemere Wege. Wir gehen den breiten Waldweg weiter. An der nächsten Gabelung mit Ausblick ins Filstal finden wir die Strophe, die ‚Bruder Wind, Luft, Wolken und jegliches Wetter’ gewidmet ist. Wir halten uns hier links und gehen weiter leicht abwärts auf dem bequemen Weg zur Tafel mit der Strophe zu ‚Bruder Feuer’.

Danach gehen wir ein – aber nur ganz kurzes Stück rechts ab – um dann wieder scharf links auf einem nunmehr wieder schmaleren Pfad abzusteigen. Wenn wir auf diesem Pfad dann den Wald verlassen haben, bietet sich uns ein herrlicher Ausblick auf Deggingen, wir kommen auf eine Wacholderheide und finden hier die Tafel zur Strophe ‚Schwester Mutter Erde’.

Lassen wir uns Zeit, diesen Ausblick zu genießen – vielleicht auch von der neu errichteten Sitzbank aus, bevor wir auf den Weg hinabsteigen, dem wir dann nach rechts folgen. Nach wenigen Minuten kommen wir zur Pizzeria, die wir rechts liegen lassen. Der Weg links führt uns auf den ehemaligen Prozessions- und Stationenweg von Reichenbach im Täle nach Ave Maria, den der Degginger Bauhof neuerdings für den Franziskuspfad wieder frei gelegt hat. Fast ebenerdig führt er uns nach Ave Maria zurück. Unterwegs finden wie noch die Wegtafel zum Stichwort ‚Vergebung/Friede’.

Wenn wir die Wallfahrtskirche wieder im Blick haben, gehen wir über den oberen Parkplatz zur Straße, diese rechts wenige Meter und dort dann links ab auf den Klosterfriedhof. Auf dem Friedhof finden wir dazu passend die Tafel mit der Strophe zu ‚Schwester Tod’ und ebenso die letzte Tafel mit dem abschließenden Lobpreis. Hier endet der Franziskuspfad.

Die Kapuziner von Ave Maria wünschen Ihnen, dass das Begehen des Franziskuspfades und das Verweilen an manchen schönen Stellen in der Natur, die Gottes Schöpfung ist, Ihnen gute Erfahrungen schenkt und Sie manche davon in Ihren Alltag mitnehmen können!

Wegbeschreibung Franziskuspfad
Wegbeschreibung Franziskuspfad
Flyer Franziskuspfad
Flyer Franziskuspfad
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